Christlich Demokratische Union Deutschlands
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Gemeindeverband Dallgow-Döberitz Seeburg
CDU Kreisverband Musterstadt

Gemeindevertretung Dallgow-Döberitz

CDU-FDP-Fraktion

Verstärkung der Jugendarbeit durch aufsuchende Sozialarbeit (Streetworking)

Antrag

 Die Gemeindevertretung möge beschließen:

Die Gemeindevertretung misst der Prävention bei der Bekämpfung von Vandalismus, Sachbeschädigung und sonstigen Erscheinungen von Jugend­kriminalität neben der erforderlichen Repression durch die Strafverfolgungs- und Ordnungsbehörden einen wesentlichen Stellenwert zu. Insofern ist die Jugendarbeit in der Gemeinde zu stärken, statt zurückzufahren

Die Verwaltung wird deshalb beauftragt, mit dem Caritasverband für Brandenburg e.V. als Träger der Jugendberatungseinrichtung „Info-Point“ eine Vereinbarung zu treffen, um den Bedarf an aufsuchender Sozialarbeit (Streetworking) abzudecken. Die Finanzierung ist im Haushaltsplan sicherzustellen.

Begründung:

Der Ausschuss für Wirtschaft, Ordnung und Umwelt hat sich in seiner Sitzung am 2.2.2005 unter fachlicher Beteiligung der Polizei und der Bürgerinitiative ISIS sehr ausführlich mit dem Themenkomplex Vandalismus, Sachbeschädigung und Jugend­kriminalität in Dallgow-Döberitz befasst. Dabei bestand Einvernehmen über die den hohen Stellenwert der Prävention, die eine qualifizierte Jugendarbeit erforderlich macht. Neben dem bisherigen Angebot des Jugendclubs und der Jugendberatungsarbeit ist vor allem aufsuchende Sozialarbeit (Streetworking) notwendig. Damit können Jugendliche erreicht werden, die bisher keinen Zugang zu den ortsgebundenen Anlaufstellen gefunden haben. Es geht vor allem darum, die zahlreichen Jugendlichen zu erreichen, die sich um den Bahnhofsvorplatz aufhalten.

Hinzu kommt noch die besondere Aufgabenstellung an die Jugendarbeit in einer Gemeinde, die stark vom Zuzug geprägt ist. Hierbei geht es darum, Jugendliche in ihrem neuen Sozialraum abzuholen und bei der Integration in das Gemeindeleben Hilfe zu leisten.

Nachdem der Landkreis Havelland die finanzielle Förderung des Info-Points in Dallgow-Döberitz eingestellt hat, besteht jetzt die Chance, die inhaltliche Zielstellung dieser Einrichtung auf die Belange der Gemeinde neu auszurichten.  Wir schlagen deshalb vor, mit dem Träger eine Vereinbarung mit folgender konzeptioneller Ausrichtung zu schließen:

·          aufsuchende Sozialarbeit (Streetworking) mit einem Anteil von etwa 50 % der Arbeitszeit als Schwerpunkttätigkeit

·          Jugendberatung

·          Vermittlung und Gestaltung von zielgerichteten und strukturierten Freizeitangeboten

·          Zusammenarbeit mit Schulen, der Gemeinde, anderen Jugendeinrichtungen, den Vereinen, der Polizei und den Eltern

Der Caritasverband für Brandenburg e.V. steht als Träger für die Einrichtung zur Verfügung und ist in der Lage die Stelle mit einer kompetenten Mitarbeiterin zu besetzen, die bereits einen guten Zugang zu vielen Jugendlichen in der Gemeinde gefunden hat.

Als Stützpunktsbüro könnte der Träger Räume im Johanneshaus nutzen, so dass der bisherige Standort in der Wilmsstraße innerhalb kürzester Zeit für die neu zuschaffende Bibliothek bereit stünde.

Selbstverständlich kostet Jugendarbeit Geld. Bisher umfasst der Stellenplan für die Gemeinde 1,9 Stellen für die Jugendarbeit aus (1 Stelle im Jugendclub Seeburg, 0,9 Stellenanteil in ehemaligen Ortsgebiet Dallgow-Döberitz; nach einem Beschluss der Gemeindevertretung wird diese Stelle um jährlichen einen Stellenanteil von 0,1 erhöht.). Während die Stelle in Seeburg von einem Gemeindeangestellten wahrgenommen wird, werden in der Altgemeinde Dallgow-Döberitz die beiden Jugendeinrichtungen in Trägerschaft der AWO und Caritas etwa in Höhe des Stellenanteils bezuschusst.

Im Haushaltsplan 2005 ist für die Jugendarbeit vorgesehen:

Jugendclub Seeburg                                                        45.900,-- €

Jugendclub Dallgow (AWO)                                                           32.500,-- €

Jugendeinrichtung der Caritas (bis 30.6.2005)                              13.000,-- €

Unser Vorschlag würde einen weiteren Finanzierungsanteil von rd. 20.000,-- € zuzüglich mtl. 100,-- Euro Betriebskostenpauschale verursachen. Die Mittel für die Caritas wären somit auf insgesamt 33.900,-- € zu verstärken (Umzug ins Johanneshaus zum 1.4.05 9 x 100,-- € + 20.000,--- € + 13.000,-- €).

Als Deckungsvorschlag für den Mehraufwand von 20.900,-- € kämen die eingesparten Personalkosten für eine Sozialamtsmitarbeiterin in Betracht (rd. 35.000,-- €), die zum 15.2.2005 in die Kreisverwaltung wechselt.

gez. Wolfgang Gall                 

gez. Christian Stähr

gez. Michael Hornhardt

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