Christlich Demokratische Union Deutschlands
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Gemeindeverband Dallgow-Döberitz Seeburg
CDU Kreisverband Musterstadt

Bericht aus der MAZ zur Kita St. Martin

Von Pater Klaus Krenz i. R., ehemals katholische Gemeinde Dallgow

Die jährlichen Schulferien kommen umfangreich in den Medien vor, Telefondienste helfen bei der Zeugnisausgabe, Lehrer und Schüler werden interviewt, wie es mit der Ferienstimmung so sei, wo die Urlaubsziele liegen und ob man schon an das Ferienende denken könnte. Bedeutend weniger öffentliches Interesse erregen die Schließzeiten der Kitas. Dies scheint so normal zu sein wie ihr Öffnen.

Acht Jahre besteht inzwischen die Kita St. Martin in Dallgow-Döberitz am nahe gelegenen Wasserturm in der Wilhelmstraße. Es war damals eine mutige und weitsichtige Entscheidung der Gemeindevertreter, der katholischen Kirche die Trägerschaft für die Kita zu übergeben. Die Vorhehalte waren groß. Es bereitete Sorge, ob die Kinder nicht zu viel beten müssten und das Spielen zu kurz käme; ob es zu Zwangstaufen kommen wurde. Und wer weiß, in was die Kinder und Eltern da alles hinein gezogen würden. All diese Ängste und Vorbehalte klärten sich inzwischen zu Gunsten der Kita. Die Kita steht offen für alle, die christliche Werte anerkennen. Oft treffen Eltern aus diesem Motiv die Wahl ihre Kinder in St. Martin anzumelden.

Momentan haben wir die öffentliche Debatte, wie Kinder möglichst früh gefördert werden können. Selbst die deutschen katholischen Bischöfe diskutierten mit kräftigen Argumenten. Was sei das Beste für das Wohl der Kinder?

Ich möchte nicht über pädagogische Prinzipien und Einsichten oder Forschungsergebnisse schreiben, sondern drei Beispiele aus dem Kita-Leben erzählen.

Wichtig bleibt das Vermitteln von sozialer Kompetenz an die Kinder. Eine Kita hat nicht die Aufgabe, die Unterrichtseinheiten der Schule vorweg zu nehmen. Der rechte Umgang miteinander, das geschwisterliche Zusammenleben, die gegenseitige Hilfsbereitschaft stehen oben an. Unbedingt zu erwähnen ist der Kontakt mit den Eltern und der Eltern untereinander. Wenn die Eltern ihre Kinder abholen, nimmt man sich oft etwas Zeit füreinander. In der Schule ist das kaum noch möglich – das Elternauto rollt vor, die Kinder springen rein und weg. Die Eltern danken es der Kita und zeigen das etwa an der regen Elternbeteiligung beim diesjährigen Frühjahrsputz oder dem Trödelbasar.

Ferner: eine kirchliche Kita regt zur Auseinandersetzung mit dem Christentum an. Die Kinder erleben in der Kita den Takt des Kirchenjahres, seine Themen und Feste mit. So kommt schon mal die Frage: Was geht eigentlich Pfingsten ab? Manche Eltern überdachten ihren Kirchenaustritt.

Guten Kontakt hat die Kita zum benachbarten Seniorenzentrum "Johanneshaus". Zwischen beiden gibt es Generationen übergreifende Projekte – Jung und Alt basteln miteinander.

Kitas tragen oft die fantastischsten Namen wie "Pustekuchen" oder "Simsalabim". Unsere Kita trägt den Namen "Sankt Martin". Die Martinsfeiern am 11. 11. eines jeden Jahres haben in Dallgow ökumenische Tradition. Erinnert wird an Martin von Tours in Frankreich aus dem 4. Jahrhundert. Der Überlieferung nach teilte er als jugendlicher römischer Soldat seinen Mantel mit seinem Schwert und half so einem Frierenden. Eine gute Geste auf andere hin, obwohl er gewiss in der Kaserne Ärger bekam. Ferner steht die Kita auf dem Gelände des ehemaligen Truppenübungsplatzes Dallgow-Döberitz. Wo einst für den Krieg geübt wurde, können jetzt andere Ziele gesteckt werden.

In der nächsten Kita-Saison von St. Martin übernimmt wieder Katharina Berger die Leitung, inzwischen wurde ihre Familie mit Hannah-Elisabeth verstärkt. Ein Dank an Verena Kirchhof, die die Leiterin vertrat.

Unsere Zeit kennzeichnet man häufig mit Schnelllebigkeit, die Themen und Ereignisse wechseln rasant. Nachhaltigkeit wird angemahnt, gewünscht, erstrebt. Jede Investition in die frühen Lebensphasen fördert Nachhaltigkeit. Nicht vom Winde verweht, sondern Samenkörner in gutem Boden.

 

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